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Geschichte

Georgenthal und seine Geschichte

Blick in die KlosterruineDie Geschichte des Ortes beginnt bereits im 12. Jahrhundert mit dem Bau eines Zisterzienserklosters. Knapp drei Jahrhunderte dauerte das Klosterleben an, bis das Kloster in der Osternacht 1525 durch ein aufständiges Bauernheer geplündert wurde und die Mönche flohen. Dies war der Beginn des Verfalls.

Ein Spaziergang durch die Klosterruine und entlang der Klosterstraße lässt die Vergangenheit spürbar werden.

Das "Kornhaus" mit seiner beeindruckenden Steinrosette, die Sankt Elisabethkirche, das Hexenhaus und weitere historische Gebäude lassen den Glanz vergangener Tage erahnen.

1600 bis 1675 wurde eines der Klostergebäude zur Sommerresidenz Herzog Ernst des Frommen von Gotha umgestaltet und als solche genutzt. In diesem "Schloss" betrieb Dr. Samuel Hahnemann 1792 bis 1793 die erste homöopathische Anstalt für psychisch Kranke in Deutschland.
Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Ort zum beliebten Ausflugsziel für Sommerfrischler aus ganz Deutschland. Georgenthal erhielt den Titel "Bad Georgenthal". Im Jahr 1922 fanden im Georgenthaler Freibad die Deutschen Schwimmmeisterschaften statt. Es wurde sogar ein Weltrekord erschwommen.
Aufbauend auf diese guten Traditionen präsentiert sich Georgenthal heute als gepflegter Ort mit guter Infrastruktur und hoher Wohnqualität, dessen Erholungswert von Gästen und Einwohnern geschätzt wird.
Die ersten nachgewiesenen "Bewohner" auf Georgenthaler Gebiet gab es schon vor 290 Millionen Jahren.

Am "Bromacker" einem Buntsandsteinbruch, werden spektakuläre Funde des Ursauriers gemacht.

Skelette, Fährten und andere Überreste dieser Saurier, die bereits 100 Millionen Jahre vor den Dinosauriern lebten, werden hier ausgegraben und rekonstruiert.

Georgenthal - einst bedeutender Zisterzienserort

Glockenweihe in der St. ElisabethkircheDie Ruine des Zisterzienserklosters
Das Klostergelände mit Kornhaus
Die Kirche "Sankt Elisabeth"

Das einstige Zisterzienserkloster valle S. Georgii brachte den Ort
Georgenthal hervor.
Im 12. Jahrhundert, zunächst auf dem nahen Georgsberg gegründet, wurde das Kloster alsbald ins Tal der Apfelstädt verlegt. Hier baute der Orden eine erhabene Klosteranlage, die zum Vollkommensten gehört haben soll, was die Zisterzienser je auf deutschem Boden hervorgebracht haben (Holtmeyer).
Gegründet wurde das Tochterkloster des Klosters Morimond (Frankreich) von Abt Eberhard vom Berg, der Graf Sizzo von Schwarzburg-Kefernburg und dessen Frau Gisela für den Bau des Klosters gewinnen konnte. Es wurde dem hl. Georg und der Jungfrau Maria geweiht.

Durch kluges Wirtschaften und den Gleichklang von Gebet und Arbeit (ora et labora) brachten es die Mönche zu großen Besitztümern und hohem Ansehen.
Von 1505-1508 war der Humanist Georg Burckhard (1484-1545), genannt Spalatin, als Novizenlehrer im Kloster "St. Georgen" tätig. Als Guter Freund Luthers war er dessen Reformgedanken gegenüber aufgeschlossen. Spalatin stellte diesem, als er auf der Wartburg weilte, seine Bibel zur Übersetzung des Neuen Testaments zur Verfügung.
Nach Jahren der Blüte der zisterziensischen Ordenstätigkeit kam der Niedergang mit der Reformation im Jahre 1525. Aufständische Bauernhorden plünderten das Kloster und vertrieben seine Insassen, die Zuflucht im Augustinerkloster zu Gotha fanden.
Mit diesem Ereignis setzte der Verfall der romanischen Bauanlage ein, deren Steine als hochwillkommenes Baumaterial dienten und die letztlich gänzlich von Erde bedeckt aus dem Gesichtsfeld der Menschen verschwand.
Jedoch bei einem verheerenden Hochwasser Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die bis dahin in der Erde versunkenen Säulenreste und Grundmauern freigespült.
Erst die gezielte Freilegung der Ruine der Klosterkirche Ende des 19. Jahrhunderts auf Initiative und unter maßgeblicher Leitung von Pfarrer Paul Baethcke brachte Gewissheit über die beeindruckende Größe der Anlage.
Heute befindet sich das Klostergelände im Eigentum der ehemaligeStiftung Thüringer Schlösser und Gärten.

"Georgenthal, du schmuckes Waldkind mit den holden zärtlich blickenden Auge,
du liebliches Idyll voll Waldesrauschen , Waldesduft...
Du bist ja eines Klosters Kind, aus ihm emporgesprossen, hast dein Leben dem der berühmten Cisterzienserabtei in vall S. Georgii zu verdanken oder vielmehr ihrem Tode,
der dir das Leben eingehaucht." Zit. Heinrich Stiehler 1891

Das Kornhaus mit seiner prächtigen gotischen Steinrosette am Nordgiebel beherbergt steinerne Fundstücke aus der Ruine, wie Schlusssteine, romanische Kapitelle, Rippen der Gewölbe, Gesimse, Fensterbögen etc. im dortigen Lapidarium.
Das Gebäudes soll zur Klosterzeit als Hospiz, Hospital, möglicherweise aber auch als Winterrefektorium wegen seines vorhandenen Kaminabzuges, genutzt worden sein. Seinen Namen erhielt das Gebäude in nachklösterlicher Zeit, als es zweckmäßigerweise als Kornspeicher genutzt wurde.
In nordwestlicher Richtung befindet sich hinter dem Gebäude das sogenannte Hexenhaus. Einst dreistöckiger Torturm in der zweiten Klostermauer, wurde es 1525 als Gefängnis genutzt und erlangte traurige Berühmtheit durch die zwischen 1646 und 1711 abgehaltenen Hexenprozesse.
Die Sankt Elisabethkirche diente einst den, sich um das Klostergelände ansiedelnden, Bauern sowie den Bediensteten des Klosters als Kapelle. Sie gilt als eine der ältesten Elisabethkirchen, deren Baubeginn mit dem Jahr der Heiligsprechung Elisabeths 1235 identisch ist.
Herzog Ernst der Fromme von Sachsen-Gotha-Altenburg besuchte das Gotteshaus in Zeiten, in denen er seine Sommerresidenz, das Georgenthaler Schloss bewohnte, durch einen separat angelegten Gang.
Im Elisabethjahr 2007 erhielt die Kirche 3 neue, von Gert Weber wunderbar gestaltete Glocken mit den Namen Glaube, Hoffnung und Liebe. Dieses Thema wurde in einfühlsamer Weise und sehr symbolträchtig umgesetzt.
Welche christlichen Tugenden könnten besser das Wirken und Leben der heiligen Elisabeth, der auch diese Glocken geweiht sind, widerspiegeln ? !